Bis 1827 war der Kalksteinabbau der Kanalstation von Motala unterstellt. Diese ernannte einen Verantwortlichen für die Arbeiten vor Ort. Bis 1818 war dies J. J. Pohl. Dann übernahm Per Ludwig Ekwall die Leitung. Er pachtete den Kalksteinbruch zu günstigen Bedingungen bis 1842 und verdiente ein Vermögen mit der Produktion und dem Verkauf. Mit dem Gewinn kaufte er das Gut Attarp in der Nähe von Jönköping, in das er mit seiner Familie im Herbst 1844 zog. Die Familie genoss hohes Ansehen in der Nachbarschaft, weshalb die Nachricht, dass der Hausherr selbst und ein Hausmädchen im Juni 1845 brutal ermordet worden waren, einen großen Schock auslöste. Sofort wurde eine schreckliche Geschichte aufgedeckt, die im ganzen Land nachhallte, da führende Persönlichkeiten der damaligen Zeit wie Carl Johan Love Almqvist über die Prozesse berichteten.
Ekwall arbeitete als Inspektor im Kalksteinbruch von Borghamn und hatte dort ein Vermögen gemacht. Er war verheiratet und hatte sechs Kinder. Aus Gesprächen mit seiner Frau nach seinem Tod geht hervor, dass die Ehe gut war und er ein gutes Verhältnis zu seinen Kindern hatte. Im weiteren Verlauf der Geschichte stellte sich jedoch heraus, dass Ekwall unter psychischen Problemen litt, seine Frau terrorisierte und sie mehrmals fast getötet hätte. Ekwall hatte ein inzestuöses Verhältnis zu seinen Töchtern. Aus den Gerichtsverhandlungen geht hervor, dass den Töchtern „befohlen wurde, die Nächte im Bett ihres Vaters zu verbringen“ und die älteste Tochter dies auch im Alter von 18 Jahren noch tat.
Sie, Sophie, war es schließlich, die genug hatte und ihrem Vater Arsen in den Spinat schüttete. Wie sich nach unzähligen Wendungen herausstellt, beschuldigten sich die Familienmitglieder gegenseitig und ihre Bediensteten, die schreckliche Tat begangen zu haben. Neben den unnatürlichen Verhältnissen, die in der Familie herrschten, schien der Grund für den Mord darin zu liegen, dass Sophie von einem anderen Mann umworben wurde, was der Vater zu verhindern suchte.
Sophie wurde schließlich zum Tode verurteilt, 1847 jedoch begnadigt. Sie verbüßte ihre lebenslange Strafe im Straf- und Arbeitsgefängnis in Norrköping. Zuvor musste sie 28 Tage lang bei Wasser und Brot inhaftiert sein und war zum Kirchgang verpflichtet, was bedeutete, dass sie während des Gottesdienstes für die ganze Gemeinde sichtbar in der ersten Bank der Bankeryd-Kirche sitzen und nach dem Gottesdienst für ihr Verbrechen büßen musste. Die Geschichte hatte dem Ruf der ganzen Familie jedoch geschadet.
Frau Ekwall lebte eine Zeit lang mit ihren jüngsten Kindern auf dem Hof ihres Bruders in Östergötland, verbrachte ihre letzten Tage jedoch in Motala, wo sie im Jahr 1869 starb. Aufgrund des dunklen Geheimnisses der Familie wollte niemand etwas mit ihr zu tun haben und die anderen Kinder heirateten nie. Sophie wurde schließlich begnadigt und starb 1871, damals als Näherin registriert. Das Haus der Familie Ekwall gibt es nicht mehr, aber es stand hier. Der Hafen und der Kalksteinbruch sind hingegen noch in Betrieb.
Text: C. Westling
[Quelle: "Attarpsmorden" von Yngve Lyttkens]
Ein Gruss aus Borghamn: Gästezimmer und Hafen, 1912
Nachdem das Kronarbeitskorps Borghamn verlassen hatte, wurde das Borghamns Turisthotell ("Ombergspensionatet”) in der ehrmaligrn Arbeitsstration eingerichtet. Die ehemalige Offiziersmesse wurde zu einem Gasthaus mit Küche und Restaurant. Die Gästezimmer wurden in der „neuen Kaserne” am Hafen eingerichtet. Das Gebäude erhielt später den Namen „Stora Annexet” (großes Nebengebäude) und heißt heute „Baltzar”.
Im Hintergrund sind Drottning Ommas Wallburg und Borgs Udde zu sehen.
Beachten Sie die schmalse hölzerne Brücke zur Rechten. Sie wurde in den 1940er Jahren durch einen steinerne Version ersetzt, in derselben Bauweise wie die übrigen Kais und Brücken.
Foto: Sammlung Beckmann
Weitere Ansichtskarten von Borghamn sind auf der Seite Grüsse aus Borghamn zu finden.