Vadstena hat viel von seiner mittelalterlichen Umgebung bewahrt. Das älteste Gebäude ist der Königspalast (heute Klostermuseum) aus der Mitte des 13. Jahrhundert, der gleichzeitig auch das älteste erhaltene Wohnhaus Schwedens ist. Im westlichen Teil der Stadt befindet sich das Rathaus, welches kurze Zeit danach entstand, als Vadstena im Jahre 1400 seine Stadtrechte erhalten hatte. Am Rathausmarkt sind Häuser aus allen Jahrhunderten von 1400 bis in die heutige Zeit verteten. Zwischen dem alten Kloster und dem Schloss sind viele alte Gebäude erhalten, und auch im ehemaligen Hospitalsviertel hinter den Klostermauern sind grosse Teile der Bebauung erhalten geblieben.

Die von der Gemeinde herausgegebene Broschüre "Historisk vandring i Vadstena" (Historischer Spaziergang in Vadstena) hilft Ihnen, die Stadt zu Fuss zu entdecken. Oder folgen Sie einer Führung, auf der der Guide "sein Vadstena", die Baugeschichte und die Bewohner der Stadt vorstellt. Dort haben Sie vielleicht auch die Chance, selber eine der historischen Personen zu begegnen. Am schnellsten geht es, die Stadt zu durchforschen, wenn man den Rundtourzug nimmt, der vom Rathausplatz abfährt. Möchten Sie jedoch mehr über die Entwicklung der Stadt und ihrer Bürger erfahren, dann sollten Sie das Vadstena Stadtmuseum auf dem Rathausplatz besuchen, [5]. Das Museum ist jeden Tag im Sommer von 13.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.


Vadstenas kulturhistorische Gebäude

Schloss Vadstena. Foto: Bernd Beckmann

1. Vadstena Schloss
Direkt am Vättern liegt das Schloss, dessen Bau im Jahre 1545 durch König Gustav Vasa begann, um die innere schwedische Verteidigung in einer Zeit innerer und äusserer Bedrohung zu stärken . Ursprünglich wurde es als eine moderne Festung errichtet, aber unter Gustav Vasas Sohn Johann III entstand aus der Burg stattdessen ein prächtiger Renaissance-Bau. Fertiggestellt wurde das Schloss 1620 und verfügt über drei Etagen mit den ursprünglichen Grundrissen. Es ist das am besten erhaltene Renaissance-Schloss in Skandinavien.


Asylen

2. Asylenpark
Der Asylenpark wurde 1548 von Gustav Vasa als Schlossgarten angelegt. Das Haupgebäude entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Zuckerfabrik, Tabakfabrik und psychiatrische Klinik. Seit 1986 werden die Räumlichkeiten u.a. für Wohnungen, Hotel und die Stadtbibliothek verwendet.


Rathaus

3. Rathaus
Vadstenas Rathaus ist das älteste des Landes und wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut. Bis Ende der 1970er Jahre wurde es für die Sitzungen des Stadtrates benutzt. Heute steht es unter Denkmalsschutz.


Apotheke

4. Apotheke
Das Gebäude wurde 1705 durch den Stadtrat Anders Eriksson errichtet und beherbergt seit 1830 die Apotheke der Stadt. Das Haus steht unter Denkmalschutz und hat einen Teil seinee ursprünglichen Inneneinrichtung bewahrt.


5. Vadstena Stadtmuseum
Der westliche Teil, gegenüber der Apotheke, wurde bereits Mitte des 16. Jahrhunderts erwähnt. Der östliche Anbau entstand Anfang 19. Jahrhundert. Es wurde als Lager für die Apotheke und für Geschäftsräume der Dals Härad Sparkasse benutzt. Seit 1949 befindet sich hier das Vadstena Stadtmuseum.


Udd Jönssons Haus

6. Udd Jönssons Haus
Das attraktive Eckgrundstück wurde seit den 1400er Jahren in erster Linie für Handelszwecke benutzt. Anfangs gab es dort Läden und Stände aus Holz. 1559 wurden diese aber vom vermögenden Kaufmann und Bürgermeister Udd Jönsson und seinen Söhnen durch ein Gebäude aus Stein ersetzt.


7. Lars Guldsmeds Grundstück
Das Steinhaus wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet: Häuser dieser Art wurden von den Kaufleuten für die sichere Lagerung ihrer Waren gebaut, während sich auf dem Platz davor zur Strasse hin jeweils ein Laden aus Holz befand. Dies ist das einzige Geschäfts-Grundstück der Stadt, das nach Abriss der Holzkonstruktion nicht wieder neu bebaut wurde.


8. Sven Västgötes Gård
Der älteste, hintere Teil des Hauses wurde in den späten 1400er Jahren gebaut, und der älteste bekannte Besitzer des Handelsgrundstückes war Sven Jönsson Västgöte, Befehlshaber des Schlosses. Später waren hier eine Bank und Metzgerei untergebracht.


9. Tomas Göranssons Gård
Das weisse Steingebäude im Hofinneren ist ein mittelalterliches Haus, das wahrscheinlich als Lagerraum genutzt wurde. Ende des 16. Jahrhunderts gehörte das Grundstück dem Bürger Tomas Göransson.


10. Helgeandsgården / Heiliggeisthof
Das Heiliggeistspital in Vadstena wurde erstmalig 1399 in einer päpstlichen Bulle erwähnt. In das Spital wurden Alte, Kranke und Arme aufgenommen, die sich nicht selbst versorgen konnten. Nach einem verheerenden Feuer in der Stadt wurde 1487 das jetzige Gebäude errichtet. Es war Wohnsitz mehrerer Landeshauptmänner. Seit 1903 ist hier die Alte Konditorei zuhause.


Stora Torget (Grosser Markt) und Långholmen

11. "Långholmen"
In den 1660er Jahren wurde das Gelände mit drei Höfen bebaut, die dem wohlhabenden Goldschmied und Bürgermeisterr Bertil Henriksson gehörten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand das jetzige Gebäude, in dessen Erdgeschoss seit 1918 Ladengeschäfte eingerichtet sind.


12. Johan Apotekares Gård
Im 17. Jahrhundert gehörte der Hof dem Ratsherren Johan Apotekare, Hausapotheker von Herzog Johan von Östergötland. 1898 erhielt das Haus sein jetziges Aussehen. Es ist eines von zwei Gebäuden in der Innenstadt von Vadstena mit drei Etagen.


13. Jöns Krämares Gård
Der Grosskaufmann und Bürgermeister Jons Hansson Krämare erwarb 1577 dieses Grundstück, um dort einen Handelshof zu errichten. Die Aussenhäuser an der Fyllagatan sind typisch für kleinere Handelshöfe mit Durchgängen und enthielten Stall, Lagerräume und andes mehr. Heute befinden sich dort Wohnungen.


14. Mårten Ulfssons Haus - Hotel Finspong
Nach der Plünderung Vadstenas durch die Dänen im Jahre 1567 wollte Mårten Ulfsson die Stadt verlassen, doch er bekam von König Johann III hierzu nicht die Erlaubnis. Der König versprach dagegen Steuerfreiheit, falls Ulfsson einen zweigeschössigen Neubau mit Dachboden aus Stein oder gemauertem Fachwerk errichten würde. 1840 wurde das Haus zu einem Gast- und Wirtshaus, Hotel Finspong, umgebaut. Der alte Saal des Hotels wird heute von Vadstenas Neuem Theater benutzt.


Elsa Petersons Gård

15. Elsa Petersons Gård
Auf dem Grundstück liegt das am besten erhaltene Bürgerhaus Vadstenas aus dem 15. Jahrhundert. 1920 zog Elsa Petersons Spitzengeschäft in das Haus an der Strasse. Es ist mittlerweile geschlossen, wird aber als Netzhandel weiterbetrieben.


Acharii-Bergenstråhlsches Haus

16. Acharii-Bergenstråhlska Gården
Der Hof war Heimat vieler berühmter Personen wie der Bildhauer und Maler Johan Werner, der Vater der Larvenforschung Eric Acharius, Kapitän Carl Ulric Bergenstråhle und Bürgermeister Theodore Lagercrantz. Bei der Wiedereinweihung der Klosterkirche 1898 lud der Vorsitzende der Ratsversammlung dort zum Lunch mit prominenten Gästen wie König Oscar II und Kronprinz Gustaf (V).


17. Falkenbergska Gården
Das Erdgeschoss wurde um 1700 gebaut, aber das Haus bekam sein heutiges Aussehen erst 1843. Der Pavillon im Garten ist zeittypisch für das spätere 19. Jahrhundert.


Gottfrid Larssongården

18. Gottfrid Larsson Gården
Die ältesten Teile des Hauptgebäudes stammen aus den 1670er Jahren. Karen Larsson-Waaler, Frau des Bildhauers Gottfrid Larsson, erwarb den Hof im Jahre 1949, nach dem Tod ihres Mannes, und richtete ihn als Museum für die Skulpturensammlung ihres Mannes ein. Der Gottfrid Larsson Gården ist für Besucher geöffnet. Dort kann man nicht nur die rund 125 Skulpturen betrachten, sondern auch das Spitzenmuseum der Stadt besuchen, das dort 2005 eingezogen ist.


Schuhmacherhäuschen im Gottfrid Larssongården

19. Skomakarstugorna
Die beiden kleinen Häuser lagen ursprünglich auf der Südseite der Backegatan. In einem davon befand sich in den 1820er Jahren ein einfacher Krug. Eigentümer beider Häuser blieb 1910 der Schuhmacher Karl Pontus Pettersson. 1957 wurden sie an ihren heutigen Standort versetzt.


Bischofshaus von 1473

 

20. Bischofshaus
Henrik Tidemansson, Bischof von Linköping, baute das heutige Haus 1473. Es hatte nur einen einzigen Raum mit Backsteinboden und mit Kalk verputzten Wänden, die teilweise noch religiöse Texte auf Altschwedisch zeigen. Der Anbau wurde 1528 als Residenz für Gustav Vasa errichtet. Angeblich soll er dort während der Bauzeit des Schlosses gewohnt haben.


Rödtornet

21. Rödtornet
Im 12. Jahrhundert befand sich eine romanische Kirche aus Kalkstein nördlich vom Roten Turm (Rödtornet), aber die Kirche wurde im grossen Stadtbrand von 1423 zerstört. 1460 wurde die Kirche St. Per errichtet, aber aufgrund starken Setzungen im Chor wurde sie 1829 wieder abgerissen. Der Kirchturm und einige Teile der Kirche blieben erhalten und dienen heute als Glockenturm der Klosterkirche. Hier befindet sich auch Vadstenas Fremdenverkehrsbüro (Touristinformation).


Klostermauer mit Haus der Beginen

22. Klostermauer und Haus der Beginen
1506 begannen die Mönche, ihren Klostergarten nach Süden zu erweitern und errichteten eine neue Mauer aus Ziegel um den erweiterten Garten. Die Beginen waren ein freiwilliger Konvent von Laienschwestern, die 1506 von den Mönchen vertrieben wurden.


Altes Theater

23. Mönchsgarten und Altes Theater
Der Mönchsgarten war in den frühen 1500er Jahren einer der zwei Obstgärten des Klosters. Der Garten ist einer von Schwedens ältesten Obstgärten mit verschiedenen Sorten von Äpfeln und Birnen. 1847 entstand der jetzige Theatersalon, bei dem es sich um Schwedens ältestes Landorttheater handelt. Es wird heute noch für verschiedene Theater- und Opernproduktionen benutzt.


Dreifaltigkeitshof und -kirche

24. Altes Hospital und Dreifaltigkeitskirche
1532 wurde ein gemeinsames Hospital eingerichtet, in dem Alte und Kranke Wohnplatz und Pflege für den Rest ihres Lebens finden konnten. 1704 zog das Hospital an den den heutigen Platz um, und Mitte des 18. Jahrhhunderts wurde der Grund für das jetzige Gebäude mit der Kirche aus dem Jahre 1860 geschaffen. Heute nutzen Vadstena Volkshochschule und Vadstena-Akademie die Räumlichkeiten.


Grosses Tollhaus/Hospitalsmuseum

25. Hospitalsmuseum - Grosses Tollhaus
Das Grosse Tollhaus wurde 1757 errichtet und ist Schwedens erstes Krankenhaus ausschließlich für schwere, psychisch Kranke. Seit 1977 befindet sich im Gebäude das Hospitalsmuseum.


Mårten Skinnares Haus

26. Mårten Skinnares Haus
Der reiche Kaufmann Mårten Nilsson, der ausgiebigen Handel mit Pelzen und Fellen betrieb - daher der Spitzname "Skinnare" -, erhielt 1519 vom Kloster drei Grundstücke am Seeufer, um dort ein Hospital für Kranke, Arme und Pilger zu errichten. Heute befindet sich an dieser Stelle ein seltenes erhalten gebliebenes spätmittelalterliches Wohnhaus, das auf Führungen auch von innen besichtigt werden kann.


Kriegsinvalidenhaus, Westflügel

27. Krigsmanshus - Westflügel
Das Doppelkloster von Vadstena wurde im Jahre 1384 eingeweiht. Der Westflügel enthielt im Erdgeschoss einen Sommer- und einen Winterspeisesaal. 1595 wurde das Kloster geschlossen, und in den 1640er Jahren wurde das Gebäude für kriegsverletzte Soldaten und ihre Familien als Krigsmanshus eingerichtet.


28. Mönchskloster
Das Mönchskloster bestand von 1384 bis 1530. Später wurde das Gebäude als Kurhus (Krankenhaus für Geschlechtskrankheiten) und Krankenhaus benutzt. Seit den 1980er Jahren befindet sich dort das Restaurant Munkklostret.


Odhnerscher Hof - Färberhof

29. Odhnerska Hof - Färberhof
Um 1750 befand sich hier die Färberei des Fabrikanten August Wessman. Gegen Ende des gleichen Jahrhunderts wurde das Gebäude aufgestockt. Unter dem jetzigen Ziegeldach ist nach wie vor das alte Grasdach vorhanden. Das grosse Feldsteingebäude im Innenhof war einst ein Bierkeller.


30. Sjunnessonsche Handelshof
Der Handelshof wurde 1800 von Bürgermeister Eric Gezelius in der für Vadstena typischen Bauweise errichtet: ein großer Saal, der auf jeder Seite von zwei Räumen ungeben ist. 1872-1975 befand sich Carlings namhaftes Kolonialwarengeschäft im Hof.


31. Casellscher Hof - Fabrikshof
1813 wurde das heutige Wohngebäude errichtet. Von 1890 bis 1915 befand sich darin eine Zigarrenfabrik.


Eingang zum Kloster Pax Mariae

32. Kloster und Klosterkirche Sankta Birgitta
Die heutigen Klostergebäude, das St. Brigitta Kloster Pax Mariae, enstanden 1972 bis 1973. Die nicht öffentlich zugängliche Klausur bietet Platz für zwanzig Nonnen und beherbergt einen traditionellen Innenhof (Gräsgården), der von einer hohen Ziegelmauer umgeben ist. In der Aussenseite der Mauer sind Steinfragmente aus verschiedenen Birgittenklöstern eingelassen.


Stadtbrücke

33. Stadtbrücke
Aufgrund der flachen Seeufer waren Seetransporte nach Vadstena gezwungen, langen Seebrücken anzulaufen. Die Stadtbrücke an der Einmündung der Helgeandsgatan entstand bereits 1529. Längs des Anlegers befanden sich Geräteschuppen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde am Anlegerende die Stadtpumpe errichtet.


34. Jöns Wettermans Gård
1700 wurde dieser Hof vom Befehlshaber und Bürgermeister Jons Wetterman gekauft. Wie die die reichsten Bürger der Stadt errichtete auch er ein stattliches Haus, das er im Jahre 1714 verkaufen musste, um seine Schulden gegenüber der Königinwitwe Hedvig Eleonora zu begleichen.


35. Ratsherr Janssons Gård
Ratsherr Johan Jansson war Vadstenas führender Kaufmann und Landwirt in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Er besaß viele der wichtigsten Häuser und Höfe in der Stadt. 1764 begann er, das herrgårdsartige Steinhaus zu errichten. Er selbst wohnte im Hof nebenan.


Klosterkirche

36. Klosterkirche
Die Klosterkirche von Vadstena ist Schwedens viertgrösste mittelalterliche Kirche. Auch heute noch pilgern viele Gläubige zum Reliquienschrein der Hl. Birgitta. Die Klosterkirche hat drei Michelin-Sterne und zählt jährlich fast 300 000 Besucher!


Königspalast von 1260, heute Klostermuseum und Königssaal des Klosterhotels. Foto: Anders Malm Königspalast - Foto: Anders Malm, www.sldfoto.se

37. Königspalast
Der Baubeginn des Palastes ist auf die Mitte des 13. Jahrhunderts datiert. Birger Jarls Bruder Elof schrieb von hier im Oktober 1268 einen Brief. Das Gebäude diente bis 1346 als königliches Sommerschloss, als es von König Magnus Eriksson und Königin Blanche als Grundstock für das Kloster testamentiert wurde. Heute befindet sich in den Räumlichkeiten das Sancta Birgitta Klostermuseum.



Karta der kulturhistorischen Gebäude Vadstenas

Die Karte auf dem ganzen Bildschirm anzeigen. - Karte als [pdf]

Historisk vandring i Vadstena

Historisk Vandring i Vadstena. Utgivare: Vadstena kommun

Herausgeber:
Gemeinde Vadstena.
Sechs Seiten, Format A5.

Die Broschüre beschreibt (auf Schwedisch) die kulturhistorischen Gebäude Vadstenas aus allen Jahrhunderten. Auf einer Karte sind alle Gebäude vermerkt.

Kostenlos im Fremdenverkehrsbüro erhältlich!.